Die richtigen Gewohnheiten im Alltag
Die ultravioletten Strahlen der Sonne sind besonders aggressiv für unsere Haut. Sobald der UV-Index im Freien 3 oder höher erreicht, ist es wichtig, sich bestmöglich zu schützen: Sonnencreme, UV-Schutzkleidung, breitkrempiger Hut, Sonnenbrille.
Ebenso sollte man eine Sonnenexposition während der heißesten Tagesstunden vermeiden, Aufenthalte im Freien lieber auf den frühen Morgen oder Abend legen und über den Tag verteilt ausreichend trinken.
UV-Strahlung und Hautkrebs
Auch wer bräunen möchte: sich ungeschützt der Sonne auszusetzen bleibt eine sehr schlechte Idee.
Die Bräunung ist das Zeichen dafür, dass sich die Haut gegen die ultravioletten Strahlen zu verteidigen versucht: Das als Reaktion auf UV-Strahlung gebildete Melanin ist eine Antwort auf einen bereits vorhandenen Schaden in der DNA der Hautzellen. Braun zu werden ist also nicht unbedingt ein gutes Zeichen — und jede ungeschützte Sonnenexposition hinterlässt Spuren, wobei die Anhäufung dieser Schäden über die Jahre einer der Hauptrisikofaktoren für Hautkrebs ist. Menschen mit heller Haut, die schwerer bräunen, sind davon besonders betroffen.
Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, Hautkrebs zu entwickeln, signifikant. Mehrere Studien, darunter die als Referenz geltende randomisierte Nambour-Studie aus Australien, zeigen, dass tägliches Auftragen von Sonnencreme vor Melanomen und nicht-melanozytärem Hautkrebs schützt.
UV-Strahlung und Hautalterung
UV-Strahlung ist, neben Umweltverschmutzung und Rauchen, eine der Hauptursachen für Hautalterung (Falten, Altersflecken).
Eine Studie zeigte, dass die tägliche Anwendung einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 über ein Jahr bei 100 % der 32 teilnehmenden Personen Hautstruktur, Klarheit und Pigmentierung verbesserte. Erste Ergebnisse zeigten sich bereits ab der 12. Woche und verbesserten sich bis zum Studienende nach 52 Wochen kontinuierlich weiter. Es handelt sich um eine kleine Stichprobe, doch das Ergebnis fügt sich in den breiteren dermatologischen Konsens zu den Vorteilen täglicher Sonnenpflege für die Hautalterung ein.
Du willst das beste Anti-Falten-Mittel? Trage täglich Sonnencreme auf dein Gesicht auf.
Wer sollte sich schützen?
Es ist eine verbreitete Annahme, dass nur Menschen mit heller Haut Sonnencreme tragen müssen und Menschen mit dunklerer Haut darauf verzichten könnten, besonders im Alltag.
Es stimmt zwar, dass sehr helle oder rothaarige Menschen besonders wachsam sein müssen, doch auch dunkle Haut profitiert von Sonnenschutz. Melanin bietet einen stärkeren natürlichen Schutz, was die insgesamt niedrigere Hautkrebs-Inzidenz bei Schwarzen Menschen erklärt — doch die Prognose ist im Schnitt deutlich schlechter: Die Diagnose erfolgt später, teils wegen des Irrglaubens, Sonnenschutz sei überflüssig, was die Früherkennung von Läsionen verzögert, die sonst rechtzeitig entdeckt worden wären.
Zudem neigen Menschen mit dunklerem Hautton eher zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung, die durch Sonnenschutz deutlich verbessert werden kann.
Menschen mit sehr heller Haut sollten sich täglich mit Lichtschutzfaktor 50/50+ schützen. Menschen mit dunkler Haut können zu Faktor 15/20 greifen. Die meisten mittleren Hauttypen profitieren von einem Faktor um 30. Immer mehr Dermatologinnen und Dermatologen empfehlen jedoch einen Mindest-Lichtschutzfaktor von 30 für alle, dunkle Hauttypen eingeschlossen: Der Schutz vor UVA-Strahlung — beteiligt an Hautalterung und Hyperpigmentierung — korreliert nicht immer mit dem Schutz vor Sonnenbrand, der vor allem von UVB-Strahlung abhängt.
Verhindern UV-Filter die Vitamin-D-Synthese?
Im Labor reduziert eine in empfohlener Menge aufgetragene Sonnencreme die Vitamin-D-Synthese tatsächlich messbar. Im echten Leben trägt man jedoch fast immer eine unzureichende Menge auf und erneuert diese nicht oft genug — sodass in der Praxis bei Menschen, die regelmäßig Sonnencreme verwenden, kein signifikanter Mangel beobachtet wird.
Ohnehin sind wir nie vollständig am ganzen Körper mit Sonnencreme bedeckt: Es bleiben immer exponierte Stellen, die der Aufmerksamkeit entgehen.
Im Sommer genügen bereits 2 bis 8 Minuten Sonnenexposition, um ausreichend Vitamin D3 zu synthetisieren (die benötigte Zeit steigt mit dem Hautton). Es gibt also keinen triftigen Grund, aus Angst vor einem Mangel auf UV-Schutz zu verzichten.
Quellen und Referenzen
- Green AC et al. (2011). Reduced melanoma after regular sunscreen use: randomized trial follow-up. Nambour-Studie, Australien.
- The Medical Letter on Drugs and Therapeutics, Bd. 40, Nr. 19, 7. September 2018.
- Nole G et al. (2004). An analysis of cumulative lifetime solar ultraviolet radiation exposure and the benefits of daily sun protection.
- Krutmann J et al. (2021). Daily photoprotection to prevent photoaging.
- Randhawa M et al. (2016). Daily Use of a Facial Broad Spectrum Sunscreen Over One-Year Significantly Improves Clinical Evaluation of Photoaging.
- Viale P et al. (2017). Protecting Against Sun Exposure: Which SPF Will You Recommend?
- Gloster HM & Neal K (2006). Skin cancer in skin of color. Journal of the American Academy of Dermatology.
